Experten-Interview mit Marie Schultze von Navabi.at

Immer wieder musste ich feststellen, dass meine Kunden ihren Kleidungsstil zwar grundlegend kennen, aber nicht umsetzten. Bei jeder Kleidungssession konnte gut 1/3 oder mehr an Kleidung aussortiert werden! Da Frage ich mich natürlich, wie kommt es überhaupt zu dem Überschuss an nicht getragener Kleidung?

 

Viele meiner Kunden bekommen Kleidung von Bekannten oder Verwandten geschenkt. Der nützliche Hintergedanken endet allerdings im Kleiderschrankchaos. Zusätzlich wird Kleidung von den Discountern wie billige Wegwerfware gehandelt. Ein T-shirt kostet fast nichts und trotzdem oder genau deswegen kaufen wir schnell etwas das nicht zu 100% sitzt. Auf der anderen Seite tun wir uns schwer kaum getragene Kleidung weg zu geben, weil wir wissen, das unser hart verdientes Geld darin steckt. Eine richtige Zwickmühle!

 

Deswegen habe ich mir einen echten Experten in Sachen Kleidung gesucht und zum Interview gebeten:

Warum meinen Sie, tun sich Frauen beim Einkaufen der richtig sitzenden Kleidung oft so schwer?

Ich glaube, dass es oft auf eine falsche Selbstwahrnehmung zurückzuführen ist. Viele Frauen sind unzufrieden mit ihrer Figur und wollen mögliche Rundungen ( “überschüssige Pfunde”) unter Textil verstecken. Daher werden die Klamotten gerne eine Nummer größer gekauft oder ihre Figur unter weit sitzenden Schnitten versteckt. Natürlich kann mangelnde oder falsche Beratung noch zusätzlich dazu beitragen. Ich denke, wenn man sich mit seinem Körper auseinandersetzt und die Vorzüge seiner Figur kennt und zu schätzen weiß, fällt der Einkauf der richtig sitzenden Kleidung nicht mehr so schwer. 

Greenpeace veröffentlichte 2015 eine Studie, die viele Zahlen offenlegt, aber auch, dass jedes 5. Kleidungsstück im Schrank ungenutzt bleibt. Wie kann man solche Fehlkäufe umgehen?

Quelle: Greenpeace
Quelle: Greenpeace

Meiner Meinung nach entstehen viele Fehleinkäufe aufgrund der Tatsache, dass der Preis für Klamotten immer günstiger wird und unsere vermeintlichen “Schnäppcheneinkäufe” - insbesondere während der Sale-Zeit sich dann doch als Fehleinkäufe entpuppen. Anstatt den Fehleinkauf zurück zu bringen,  landet er im Kleiderschrank und wird vermutlich nie getragen. Bei einer größeren Investition wird schon eher drüber nachgedacht, ob der Artikel wirklich einem gefällt, gekauft werden soll oder ob man ihn überhaupt braucht. Natürlich schließt das nicht aus, dass man den Kauf im Nachhinein trotzdem bereut, aber das Risiko wird reduziert.

Meine Kunden mustern ihren Kleiderschrank nach der KonMari-Methode aus und bewerten dabei jedes einzelne Stück nach Gefühl. Dabei wird oft 1/3 oder mehr aussortiert. Wie mustern Sie Ihren Kleiderschrank aus?

Ich versuche meinen Kleiderschrank möglichst einmal im Halbjahr auszumisten. Das klappt eigentlich ganz gut, da ich beispielsweise nach dem Herbst-/ Winter wieder meine Frühjahr-/ Sommersachen raushole und die dicken Pullis weiter hinten im Schrank verstaue. Somit muss ich für Ordnung im Kleiderschrank sorgen und nutze die Chance Klamotten auszusortieren. Hierbei  gehe ich jedes Mal gleich vor. Basic- Tops und T-Shirts dürfen, solange sie noch schön von der Farbe sind und keine Löcher haben, im Kleiderschrank bleiben. Alle anderen Teile schaue ich mir genauer an. Wenn ich ein Kleidungsstück länger als 6 Monate nicht mehr getragen habe und es mir nicht am Herzen liegt bzw. ich nicht sicher bin, ob ich es in naher Zukunft nochmal trage, kommt es weg. Ich bin da ziemlich rigoros, da ich das “Horten von Kleidung” vermeiden möchte und gerne Platz für ein paar neue Teile schaffe ;) Die aussortierten Kleidungsstücke schmeiße ich natürlich nicht weg. Gerne verschenke ich Klamotten oder verkaufe sie auf Klamotten-Flohmärkten weiter. Gerne spende ich auch Klamotten, allerdings nur wenn ich sicher bin, dass diese auch weiter verwendet werden.   

Ich habe festgestellt, dass meine Kunden nach dem ausmustern ihren Kleidergeschmack viel besser identifiziert haben. Sie wissen nun welche Farben, Materialien und Schnitte sie nicht mögen. Wie kann mein Kunde die für Ihn passende Kleidung ausfindig machen?

Ich denke schon, dass die KonMari-Methode eine gute Vorgehensweise ist, seinen persönlichen Stil zu finden und demnach auch gezielter shoppen zu gehen; evtl. weiß man noch zusätzlich welcher Farbtyp man ist. Dennoch sollte man sich nicht zu sehr auf eine Farbe oder einen Schnitt versteifen, sondern sich an etwas neues heranwagen und seinen Kleiderschrankinhalt vielfältiger gestalten. Eine ehrliche Meinung einer Freundin oder eines Freundes sind natürlich auch hilfreich. Vorab hilft es auch, sich Inspiration in Zeitschriften oder in sozialen Netzwerken zu suchen, um so seinen eigenen Stil weiter auszubauen oder coole Kombinationsideen zu finden. 

Vielen Dank für das Interview!

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Ich weiß, du schaffst es zu deinem Wunschkleiderkasten!

Bis dahin, deine

Olivia

 

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PPPS: Finde deinen Farbtyp, Luisa von "Die Frau mit dem gelben Pulli" hilft dir :)

 

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