Warum man sein ganzes Leben nicht mit Aufräumen verbringen soll!

Ordnung ist nicht angeboren, sondern vielmehr eine Gewohnheit, eine Eigenschaft, ein Verhalten, welches wir grundsätzlich vom Elternhaus mitbekommen. Meine Mutter hortet alles Sentimentale und mein Vater ist ein notorischer Wegschmeißer.

 

In der Kindheit nutzte ich viele verregnete Sonntage, mein Zimmer mal wieder auf den Kopf zu stellen. Es machte mir Spaß, Möbel umzustellen und neue Raumtrenner zu schaffen, um ein neues Wohlgefühl zu erzeugen. Ich putzte und wischte Staub, ordnete meine Bücher und Benjamin Blümchen Kassetten sowie Stofftier-, Gameboy-, Video- und Spielesammlungen neu. Jedes Regal wurde von mir akribisch durchgesehen und in Ordnung gebracht.  Dabei sortierte ich gnadenlos alles aus, was mir nicht mehr gefiel und auch in Zukunft nicht mehr gefallen wird. Schlicht und einfach, weil ich aus dem Alter raus war. Außerdem, wurden meine liebsten Dinge dekorativ an die Wand gebracht. Das Aufräumen versetzt mich, nach wie vor, in einen FLOW-Zustand. Ein Glücksgefühl macht sich breit und dabei verliere ich jedes Zeitgefühl.

 

Warum man sein ganzes Leben nicht mit Aufräumen verbringen soll?

Dein Leben lang räumst du dein Hab und Gut von A nach B. Du gehst von einer Partnerschaft in die nächste und sammelst immer mehr an. Du ziehst in deinem Leben mehrmals um und so schleppst du alles hin und her. Vielleicht hast du Kinder und hebst neben Kleidung, Kinderbücher und Spielsachen noch alle Zeichnungen von deinen Sprösslingen auf. So verbringst du dein ganzes Leben mit Aufräumen und Hinterherräumen, denn jedes Teil muss verstaut werden. Alles wird aufgehoben, für den Fall der Fälle du selbst, deine Kinder oder sogar deine Enkelkinder könnten es noch gebrauchen. Schließlich haben wir gelernt, nichts weg zu schmeißen, was noch funktioniert. Allerhöchstens verkaufen oder an gute Bekannte und Freunde zu verschenken. 

 

Einen Großteil deiner Lebenszeit verbringst du also mit Aufräumen, Umräumen, Schlichten und Ordnen. Kaufst mehr und mehr IKEA Regale und Boxen, stellst alles in den doch hoffentlich trockenen Keller und ärgerst dich wenn dann doch das Eine oder Andere verschimmelt. Dein Besitz, die Menge, lässt dich nicht mehr ruhig schlafen, weil die Angst im Nacken sitzt, es könnte dich jemand ausrauben und deinen wertvollen Besitz mitnehmen. Deines, wofür du so viele Stunden, so hart gearbeitet hast. Nicht zu ertragen, darum installierst du einbruchsichere Fenster und ein doppeltes Schloss an der Haustüre.

 

Genau darum solltest du dein ganzes Leben nicht mit Aufräumen verbringen!

Weil es sich nicht lohnt, den noch unerledigten Dingen hinterher zu hechten. "Hier muss noch eine Kiste besorgt werden und das muss noch verstaut werden." Es hinterlässt lediglich ein Unwohlgefühl in deiner Bauchgegend. Ständig sagt dir dein Gewissen, dies muss noch erledigt werden und jenes noch gemacht werden. Dein Unterbewusstsein, gepaart mit deinen Idealvorstellungen, trichtert dir ständig ein, wie du zu Leben wünscht und was dir noch alles fehlt. Eine konstruktive Anleitung spuckt dein Gehirn dabei nicht aus. Es sagt dir bloß: "Du musst fleißiger sein, mehr schaffen, mehr, mehr mehr", um am Ende dein Ziel erreichen zu können. 

  

Was ist dein Ziel und ist es das wirklich Wert?

Stell dir vor, du besitzt eine überschaubare Menge. Dazu gehört die haushaltsübliche Einrichtung, deine Sachen für  Hobbies, dein Auto und/oder Motorrad, dein Schrebergarten, deine Yacht an der Adria, etc. Die Frage bleibt, was ist eine überschaubare Menge? Darauf gibt es keine Antwort, welche eine Zahl beinhaltet. Es ist viel mehr ein Gefühl. Ein Gefühl wirklich nur Dinge zu besitzen, die dich glücklich machen. Sich mit Gegenständen zu umgeben, auf die man mit Freude blicken kann.

 

Was dir bleibt, ist Zeit. Denn du hast gelernt dich schneller und bewusster zu entscheiden. Deswegen suchst du nicht mehr. Jetzt weißt du genau, was du besitzt und wo du es findest. Deswegen räumst du nicht mehr von A nach B um den passenden Stauraum zu finden. Du hast einfach mehr ZEIT, für dich, deine Hobbies, deine Freunde und Familie. Denn Zeit ist das kostbarste Gut. Nicht umsonst gibt es Sprüche wie: Zeit ist Geld, Zeit heilt alle Wunden, genieße die Zeit, ...

 

Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen.

Lucius Annaeus Seneca, etwa im Jahre 1 bis 65 nach Christus, römischer Philosoph

 

Was passiert wenn man einmal ordentlich aufräumt?

Einmal und ordentlich aufzuräumen bedeutet, sich wirklich mit seinem Besitz auseinander zu setzen. Bewusste Entscheidungen zu treffen, darüber ob die Geburtstagskarte vom Kollegen XY aus dem Jahre Schnee, welche mit samt allen anderen Geburtstagskarten in einer Kiste aufgehoben wird, mich wirklich glücklich macht? Ob das Mitbringsel vom Ägypten Urlaub meiner Tante, welches im gläsernen Regal neben all den anderen Urlaubsmitbringsel steht, mir überhaupt gefällt? Die Jacke, die in meinem Schrank hängt, welche ich von meiner Freundin geschenkt bekommen habe, die ich aber nie wirklich trage weil sie nicht meinem Geschmack entspricht, ich tatsächlich behalten will?

 

Einmal ordentlich Aufräumen bewirkt eine Rückführung zu dir selbst. Deine Werte, deinen Geschmack, deinen Stil, deine Freuden, deine Erinnerungen. Es geht dabei nur um dich, alles was dir gut tut, behältst du selbstverständlich. Alles was dir keine wirkliche Freude bringt oder du nur behältst um jemand anderen Glücklich zu machen, kannst du im hohen Bogen aus deinen vier Wänden "schmeißen".

 

Fazit:

Wenn du glaubst, das dir nach dem Aussortieren und Aufräumen tatsächlich was fehlt, dann muss ich dich enttäuschen. Dieses Gefühl wird sich wohl zu 99% nicht einstellen. Im Gegenteil, du hast es geschafft, dein Zuhause ist ordentlich, sortiert und aufgeräumt. In Zukunft kommst du nach Hause, siehst dich um und merkst, du bist nur noch von Dingen umgeben die dich zu 100% glücklich machen. Deine Wertschätzung ist jetzt eine ganz andere. Nichts mehr, ist überflüssig oder einfach nur da, weil es da ist. Für jedes Teil hast du dich bewusst entschieden. Das ist das befreiendste Gefühl das man haben kann.

 

 

Bist du meiner Meinung oder einer ganz anderen? Schreibe sie in die Kommentare, ich freue mich.

 

Ich weiß, du schaffst es zu deiner Wunschordnung!

Bis dahin, deine

Olivia

 

PS: Abonniere meinen Newsletter und erfahre wie es weitergeht!

 

PPS: Persönlich liebe ich es, meinen Wohnraum umzugestalten. Räume neu zu erfinden und neue, aktuelle Themen einzubeziehen. Von meinen Reisen brachte ich viele kleine und große Erinnerungsstücke mit. Das sind meine Ecken und Kanten, welche mich ausmachen und gut sichtbar sind. Ich besitze nichts, das einfach nur da ist, weil es da ist. Ich bin wohl eher ein notorischer Wegschmeißer, solange es keine sentimentalen Gegenstände betrifft.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0